Wenn Schweissnähte nach dem Feuerverzinken wie schlecht verheilte Narben hervortreten, war Silizium wohl nicht weit. - Post Image

Gepostet von Frank Schlipf | 30 AUG, 2018

Wenn Schweissnähte nach dem Feuerverzinken wie schlecht verheilte Narben hervortreten, war Silizium wohl nicht weit.

Wir kennen es alle; schnell ist es passiert und das scharfe Messer hat nicht nur die Karotte, sondern auch den Daumen erwischt. Wenn nötig sorgen ein paar Stiche dafür, dass innerhalb kurzer Zeit nur noch eine Narbe in Form eines leichten Wulsts an die Verletzung erinnert.

Ein ähnliches Bild zeigt sich, wenn beim Schweissen Zusatzstoffe mit mehr als 0,45% Siliziumgehalt eingesetzt und die Werkstücke anschliessend feuerverzinkt werden. Zwar sieht die Arbeitspraxis vor, Schweissnähte nach dem Fügeprozess bis auf das angrenzende Material hinunter zu schmirgeln, trotzdem kommt es danach aber oft zu dieser unschönen Erhebung. Dies weil das «eingeschweisste» Silizium deutlich schneller mit der Zinkschmelze reagiert, als dies der umliegende Stahl tut und deshalb unverkennbar mehr aufwächst. Da es sich dabei um einen physikalischen Prozess handelt, kann dieser nach heutigem Kenntnisstand vom Verzinker kaum beeinflusst werden.

Eine Möglichkeit ist, das Werkstück mittels der Zinkthermodiffusion vor Korrosion zu schützen und so diesen Makel zu tilgen. Unsere Anlagentechnologie taucht die Werkstücke nicht bei 450°C in flüssiges Zink, sondern versetzt Zink nahe 350°C in einen gasförmigen Zustand und diffundiert dieses mit dem Werkstück. Dieser Diffusionsprozess wird vom Siliziumgehalt nicht beeinflusst. Deshalb wächst die Schicht auf der Schweissnaht und dem angrenzenden Material gleichmässig auf. Als zusätzlicher Mehrwert kann auf die Schaffung von Aufhängemöglichkeiten verzichtet werden. Auch unnötige Bohrungen – die normalerweise zum ein- und ausbringen der Schmelze benötigt werden – sind dank dem agilen, gasförmigen Zustand der Thermodiffusion überflüssig.

Da dieses Thema immer wieder zu Diskussionen zwischen Auftraggeber und -nehmer führt, finden Sie unter folgendem Link die Beurteilung von einem Sachverständigen:
www.mt-metallhandwerk.de

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Frank Schlipf

Geschrieben von Frank Schlipf

Chief Development Officer

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